Wieder erfolgreich im Bundeswettbewerb: Die Altmark wird Bioenergie-Region
Die innovative Biomassenutzung gehört zu den Spitzenthemen der Regionalentwicklung in der Altmark. Genau hier ordnet sich die Beteiligung des Regionalvereins Altmark e.V. an dem Wettbewerb des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum Aufbau regionaler Netzwerke im Bereich der Bioenergie ein. Als eine von zwei Initiativen aus Sachsen-Anhalt erreichte die Altmark im September die zweite Wettbewerbsrunde der besten 50 Regionen, die aufgrund qualitativ hochwertiger Ideenskizzen ein Regionales Entwicklungskonzept zu erarbeiten hatten. Ein Jahr nachdem das BMELV den Wettbewerb „Bioenergie-Regionen“ ausgelobt hat, stehen nun auch die Gewinner fest. Die eigens für den Wettbewerb berufene Fachjury hat die 25 Bioenergie-Regionen ausgewählt, welche mit bis zu 400.000 Euro je Region gefördert werden können. Wie Bundesministerin Ilse Aigner in einem persönlichen Schreiben mitteilte, gehört die Altmark zu diesen Gewinner-Regionen. Nach dem Erfolg im Bundeswettbewerb „Regionen Aktiv – Land gestaltet Zukunft“ konnte der Regionalverein Altmark e.V. nunmehr das zweite Mal bei einem Wettbewerb des BMELV mit einem innovativen Konzept überzeugen. Die anderen Bioenergie-Regionen, welche das BMELV in den nächsten drei Jahren unterstützen wird, sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Je nach den örtlichen Potenzialen wurden von den Regionen unterschiedliche thematische Schwerpunkte gesetzt. Die Vorstellung aller Gewinner-Regionen ist im Rahmen einer Festveranstaltung am 19. März 2009 in Berlin geplant.
Die langfristigen Ziele im Bereich Bioenergie für die Altmark sind ausgerichtet auf die Generierung regionaler Wertschöpfung, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Sicherung von Res-sourcenverfügbarkeit sowie den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Kultur- und Naturlandschaften. Bis zum Jahr 2020 soll die Bioenergie zur Deckung des regionalen Wärmebedarfs einen Beitrag in Höhe von 30 Prozent erbringen. Damit ist ein überdurchschnittlicher Beitrag der Altmark zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung und zum Aus-bau der Erneuerbaren Energien insgesamt verbunden. Als strategischer Ansatz sollen Wert-schöpfungspartnerschaften zur nachhaltigen Nutzung vorhandener sowie neu zu schaffender Biomassepotenziale aufgebaut und optimiert werden. Gestärkt werden sollen die Wertschöpfungsketten mit den Endprodukten „Wärme", „Biogas" und „Biokraftstoffe". Durch gezielte Steuerung und regionale Kooperationen soll es gelingen, die Grundlage für Investitionen zu schaffen. Zugleich werden bestehende Bioenergieanlagen bei der Ermittlung von Optimierungsmöglichkeiten zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und zur Erhöhung der Effizienz insbesondere durch Ermittlung von Wärmesenken unterstützt. Insgesamt spielt der Wissens- und Know-how-Aufbau eine wesentliche Rolle. Zudem zielen die Aktivitäten auf eine Erhöhung der Akzeptanz für Bioenergie und Erneuerbare Energien in der breiten Bevölkerung ab. Eine Analyse der „weichen Wirkungen" erfolgt durch eine umweltpsychologische Begleitforschung. Die Herangehensweise zur Projektumsetzung basiert auf der Betrachtung des Gesamtsystems unter Nutzung der vorhandenen Informationen sowie der Identifikation und Erhebung notwendiger Daten und der Darstellung von Zusammenhängen. Auf Grundlage des Wissens über die Potenziale und die Engpässe zur Nutzung der Biomasse werden konkrete standortbezogene Aktivitäten abgeleitet und solche Maßnahmen umgesetzt, die Modellcharakter besitzen und zugleich eine Übertragbarkeit auf das gesamte System gewährleisten.
Das Bioenergie-Netzwerk soll auf den vorhandenen Strukturen des Regionalvereins Altmark e.V. basieren und regionale Initiativen im Bereich Bioenergie und Erneuerbare Energien weiter zusammenführen. Bereits die Erstellung des Wettbewerbsbeitrages war in einen partizipatorischen Prozess mit unterschiedlichen regionalen Akteuren eingebettet.
Neben dem kürzlich angelaufenen Projekt RUBIRES (Rural Biological Resources) innerhalb der EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg IV B Mitteleuropa ist der Erfolg mit „Bioenergie-Regionen“ ein weiterer Baustein, um das Leitprojekt „Innovative Biomassenutzung im Rahmen eines regionalen Energie- und Stoffstrommanagements“ des ILEK Altmark umzusetzen.
Weitere Informationen zum Bundeswettbewerb unter www.bioenergie-regionen.de.




